Bowlby — die Grundlage
John Bowlby ging davon aus, dass Menschen biologisch darauf vorbereitet sind, enge Bindungen aufzubauen, die Schutz und eine sichere Basis bieten. Seine Arbeit entstand zunächst im Kontext von Kind–Bezugsperson-Beziehungen und wurde später für das Verständnis erwachsener Nähe sehr einflussreich.
Ein zentrales Konzept ist das innere Arbeitsmodell: Erwartungen darüber, ob nahestehende Menschen verfügbar sind und ob eigene Bedürfnisse angenommen werden. Solche Erwartungen können beeinflussen, wie Nähe, Distanz und Stress interpretiert werden – sie sind aber keine unveränderlichen Drehbücher für spätere Beziehungen.
Moderne Bindungsforschung baut auf Bowlby auf, betrachtet Bindung aber stärker als dynamisch, kontextabhängig und über Beziehungen und Lebensphasen hinweg veränderbar.