Emotionally Focused Therapy (EFT)
Emotionally Focused Therapy, entwickelt von Sue Johnson und Kollegen, überträgt bindungstheoretische Konzepte auf wiederkehrende Paarkonflikte. Im Fokus steht der Interaktionszyklus zwischen den Partnern, nicht die Suche nach dem „problematischen“ Partner.
Zentrale Konzepte
- Negative Zyklen: wiederkehrende Muster wie Verfolgen–Rückzug können sich selbst verstärken. Den Zyklus gemeinsam zu erkennen hilft, weniger gegeneinander und stärker gegen das Muster zu arbeiten.
- Verletzlichkeit unter Reaktivität: Ärger, Kritik oder Rückzug können manchmal verletzlichere Gefühle wie Angst, Kränkung oder Scham schützen.
- Korrigierende Interaktionen: Therapie versucht Momente zu schaffen, in denen verletzliche Bedürfnisse geäussert und mit mehr Responsivität beantwortet werden.
Was die Evidenz sagt
Randomisierte Studien und Meta-Analysen sprechen dafür, dass EFT bei Paarbelastung im Durchschnitt relevante Verbesserungen erzielen kann. Gleichzeitig begrenzen Stichprobengrössen, Follow-up-Dauer, Therapeuten-Effekte und möglicher Publikationsbias die Übertragbarkeit einzelner Erfolgsquoten.